Cinque welcomes Suddeutsche zeitung

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Griechischer Wein“Je schlechter der Wein, desto mehr Harz hat man dazugekippt”

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Der erste Schluck: köstlich. Die Frische des Savatiano, mit einem federleichten Aroma von Pinien und Zitrone.

“Wir haben die Harzmenge stark reduziert”, sagt Papagiannakos. Verwendet wird wie einst das Harz der Aleppo-Kiefer, nur in kleinsten Dosen (“ein Teebeutel in einem Fass”), für den leichten Zungenkitzel, aber nicht als Oberton, der schlechten Wein gerade noch genießbar machen soll.

Jetzt wird es Zeit, die Geschichte des Retsinas zu erzählen, Eleni Kefalopoulou kennt sie. Die Journalistin arbeitet für griechische Gourmetmagazine und unterstützt die Initiative “Wines of Athens”, die mittlerweile auch einige ausgewählte Athener Weinbars beliefert. Wie das “Oinoscent”, versteckt in der unscheinbaren Voulis-Straße, einer stillen Verbindung zwischen der lärmigen Fußgängerzone Ermou und dem Vergnügungsviertel Plaka. Am frühen Abend ist hier noch wenig los, Zeit für einen Exkurs.

ReiseinfoAnreise: Aegean Airlines fliegt von mehreren deutschen Städten täglich nach Athen, hin und zurück ca. 300 Euro, www.aegeanair.com Unterkunft: Fresh Hotel in Athen, DZ je nach Jahreszeit 110 bis 150 Euro, www.freshhotel.gr

Weingüter: Für Besichtigungen und Weinproben sollte man die Weingüter direkt kontaktieren. Adressen und Tel. unter www.winesofathens.com

Weinbars in Athen: Cinque, www.cinque.gr; Winepoint, www.facebook.com/Winepoint.Athens; Oinoscent, auf www.facebook.com, Suchbegriff Weinbar Oinoscent. Weitere Auskünfte: www.discovergreece.com

“Weizen, Olivenöl und Wein sind die griechischen Grundnahrungsmittel”, sagt Eleni Kefalopoulou. “Selbst in den 400 Jahren unter osmanischer Herrschaft durften die Griechen Wein anbauen. Schlimm wurde es dann im Befreiungskrieg, da wurden viele Felder verbrannt.” Ende des 19. Jahrhunderts wird der Weinbau wiederbelebt, aber schon bald von der eingeschleppten Reblaus dezimiert. 1923 bringen 1,5 Millionen griechische Vertriebene aus Kleinasien ihr Wissen im Weinbau und Handel mit. Athen wuchs rasant, und die Athener wollten Wein trinken.

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Der wurde meist in Attika, direkt vor der Stadt, angebaut. Haltbar gemacht wurde er mit Harz, oft erst in den Tavernen. Die Technik war alt. Schon in der Antike wurden Amphoren mit Harz versiegelt. Je schlechter der neuzeitliche Wein wurde, “desto mehr Harz hat man dazugekippt”, sagt Eleni Kefalopoulou. “Das hat den Wein und seinen Ruf verdorben.”

In den goldenen Vorkrisen-Jahren, als es den Griechen richtig gut ging, trank man französische Weine, “lächerlich überteuert”. Der Absturz kam, Restaurants gingen reihenweise pleite. “Jetzt haben wir die kleinen Weinbars, ein neuer Trend.”

Die oft winzigen Bars im Athener Zentrum sind abends meist voll, das Publikum ist überwiegend jung. Viele Barbesitzer versuchen sich an einer eigenen Note. Im “Cinque” in Psirri, einem Viertel zwischen Kunst und Krempel, wird Käse mit Marmelade aus Pomeranzen und Bergamotte serviert, während die Wirtin erläutert, dass solche Köstlichkeiten der “griechischen Armenküche” zu verdanken seien, “in der man alles verwertet hat”.

Im “Wine point”, unweit des Akropolis-Museums gelegen, aber auch recht versteckt, pflegen sie alle gängigen, wiedergeborenen griechischen Traubensorten: den lieblichen Malagouzia, den körperreichen Assyrtiko oder den rotsamtenen Agiorgitiko. Und im “Oinoscent” kann man sich gleich von Griechenlands bestem Sommelier des Jahres 2016 das erste Glas des Abends aussuchen lassen.

Aris Sklavenitis, 28, ist stolz auf seinen Titel, und er hat eine Mission. “Die Griechen haben Whisky und Wodka getrunken, in einem Weinland, das muss man sich mal vorstellen”, sagt Aris Sklavenitis. Er trägt T-Shirt und Jeans, die neue griechische Weinschule kommt ohne Glacéhandschuhe aus. “Fangt mit einem Glas schlichten Wein an und lernt dann dazu”, empfiehlt der Sommelier seinen Gästen.

Die Önologin Anna Aga sagt: “Gerade in der Krise ist es nicht gut, alleine zu Hause zu bleiben. Die Griechen wollen ausgehen, Weinbars sind da eine eher günstige Möglichkeit.” Viele Restaurants, beklagt Anna Aga, hätten von der neuen Weinkultur dagegen noch zu wenig mitbekommen, oder “sie servieren den Wein viel zu teuer”. Was macht die Önologin da? “Ich bringe meinen eigenen Wein mit.”

http://www.sueddeutsche.de/reise/griechischer-wein-attikas-aromen-1.2976909-3

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